This is a struggle of good and evil. And we’re the good. (1)

Welche Gefahren drohen im Netz? Und was schützt wirklich?

Fragt man, worüber man sich im Internet sorgen kann, sind das entweder

– dass die eigenen Daten missbraucht werden, um Geld oder Waren zu ergaunern, oder
– dass Schadsoftware wie Viren, Trojaner oder Verschlüsselungssoftware unsere Rechner oder Smartphones schädigt.

Deutlich seltener wird der Verlust der Privatsphäre genannt. Leider.

Dabei betreiben Unternehmen wie Google und Facebook eine fast lückenlose Überwachung unserer Internetaktivitäten. Und dieses Beschnüffeln hört nicht an der Grenze der Online-Welt auf.

Aus den über uns gewonnenen Daten werden Profile erstellt mit der Absicht, uns zu kategorisieren und damit mehr Geld zu verdienen. Sei es beispielsweise durch manipulative Werbung oder durch Bewertung der Kreditwürdigkeit anhand von Aktivitäten wie der Nutzung von sozialen Netzwerken und unserem Online-Freundeskreis. Wer in einem sozial schwachen Gebiet wohnt und Arbeitslose als Facebookfreunde hat, erwartet ja wohl kaum einen günstigen Kredit zu bekommen (2). Oder wie wär es mit der Auswahl von Bewerbern auf eine neue Stelle? Am Wochenende wild feiern? Oder noch schlimmer, linkes Gedankengut? So einer der womöglich irgendwann in die Gewerkschaft eintritt? Oder bei der jährlichen Mitarbeiterbewertung im Unternehmen. Wenn da jemand kurz vor dem Altersschutz vom Datenhändler in die Kategorie Burnout-gefährdet eingestuft wurde oder öfter Rücken hat, da muss man doch hellhörig werden und Sparpotential realisieren.

 

Im realen Leben würde niemand tolerieren ständig verfolgt zu werden von jemanden der sich Notizen macht, jeden Brief liest und alle Treffen mit anderen Personen notiert. Und diese Informationen mit den übrigen Beobachtern teilt. Im Internet fällt uns aber nicht auf, dass die Spitzel unsere Einkaufsgewohnheiten bei Amazon, Beate Uhse und Zalando, unsere Vorlieben in Facebook, die Beziehungswünsche auf Tinder und alle Suchanfragen notieren. Auch die wo wir über Burnoutsymptome recherchiert haben. Oder wegen Tipps, die Beziehung aufzufrischen. Vielleicht die Nummer einer Ehe-/Suchtberatung? Und natürlich aktivieren wir gerne die Ortungsfunktion unseres Smartphones und WLAN und Bluetooth, damit erfährt der industrielle große Bruder dann auch, wie oft ich im Fitnessstudio bin, wer dabei ist, wo ich einkaufe und immer mehr auch wo und über die Kreditkarte auch was wir in realen Läden kaufen. Parke ich echt dreimal die Woche vor McDonalds und erwarte dann allen Ernstes auch noch einen günstigen Versicherungstarif bei der Krankenkasse?

Das Ausspionieren unseres Verhaltens ist mittel- und langfristig die größte Gefahr für die Gesellschaft. Die Macht die Konzerne durch Kenntnis der intimsten Geheimnisse und Wünsche fast aller Menschen erhalten ist einzigartig in der Geschichte und bedroht unsere Freiheit in nicht da gewesenem Maße. Und wir wollen uns darauf verlassen dass die Daten nicht mißbraucht werden, weil eine Firma wie Google “Don’t be evil”-Bullshit von sich gibt? (3) (4) (5)

So viele Gefahren,
um was kümmern wir uns zuerst?

So wie wir nicht das Dach decken bevor das Fundament gegossen ist, müssen wir uns erst um die Absicherung unserer Daten kümmern und uns dann das Thema Privatsphäre näher anschauen. Wir haben wenig gewonnen, wenn wir zwar theoretisch privat surfen können, aber unsere Facebook-, Google-, Email- und Amazonkonten in den Händen der bösen Jungs sind. Die kaufen vielleicht zudem lustig mit unserem Paypal-Account Drogen im Darknet und Geschenkgutscheine bei Starbucks. Das mag zwar auch effektiv eine Profilbildung erschweren, dafür aber einige andere Nachteile mit sich bringen. Zudem unterstützen uns manche der Methoden beim Kampf an beiden Fronten. Das Blocken von Werbung im Webbrowser verhindert z.B. eine Möglichkeit Malware auf dem Rechner zu platzieren und verringert andererseits die Menge der über uns gewonnen Daten.

Schauen wir uns also im Folgenden zunächst an was gute Passwörter sind und ob das Post-It als Aufbewahrungsort ausgedient hat und durch etwas besseres ersetzt werden kann. Welche Accounts sind die wirklich wichtigen, die zuerst geschützt werden müssen und welche können warten. Und was können wir gegen Betrug unternehmen, selbst wenn uns unsere Zugangsdaten gestohlen werden sollten? Und dann wollen wir natürlich vermeiden überhaupt Opfer eines Diebstahls zu werden.

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(1) http://www.azquotes.com/quote/831582

(2) https://www.welt.de/finanzen/article144893666/Verhindern-Facebook-Freunde-bald-den-Kredit.html

(3) https://en.wikipedia.org/wiki/Don%27t_be_evil

(4) http://www.zeit.de/digital/internet/2015-10/alphabet-google-dont-be-evil-slogan-motto

(5) https://twitter.com/BrentButt/status/412700627152961536?ref_src=twsrc%5Etfw&ref_url=http%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2Fdigital%2Finternet%2F2015-10%2Falphabet-google-dont-be-evil-slogan-motto

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